Nils (“erlehmann”) studiert Philosophie in Berlin. Und Informatik. Nebenbei bloggt er noch – alles für “nachhaltige Entwicklungen im Bereich Technik und Gesellschaft, d. h. für Freiheit” (naja, die Freiheit von Software und Standards). Was Nils dabei erlernt hat, ist “Godwin’s Law.” Darüber hat er vielleicht auf Wikipedia gelesen (und dahin verlinkt er gerne).
Umso länger eine (Internet-)Debatte andauert, desto wahrscheinlicher wird ein Hitler- oder Nazivergleich hervorgebracht, so ungefähr. Nils fand das super, und hat das gleich gemacht; die Debatte um Critical Whiteness Studies (CWS) dauert ja immerhin auch schon sechs Wochen, da wird’s mal höchste Zeit für einen der selbsterklärten Antirassist_innen, CWS-Verteidiger_innen Hitler gleichzusetzen und People of Color (PoC) mit gehängten Wehrmachtsgenerälen zu vergleichen.
Nils findet nämlich, dass die ganze Debatte viel zu “emotional” sei. Wenn man ein Problem habe mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, dann könne man diese schließlich auch kritiklos ablehnen. Und wenn PoC durch Rassismus systematisch diskriminiert werden, rechtfertigt das natürlich keine Wut oder Frustration. Das sind wieder diese “Emotionen,” und die kann man im Bereich der “ernsten Themen” wie “Technik und Gesellschaft” und “Freiheit” nicht gebrauchen. Was bilden sich diese PoC denn eigentlich ein? Nett sein. Nett sein! Nicht so viel Antirassismus auf einmal, das klingt so böse in den Ohren derjenigen, die gerade erst gelernt haben, dass es keine biologische Grundlage für “Rassen” gibt.
Er schlägt deshalb vor, Rassismus nicht mehr so emotional Rassismus zu nennen, sondern mal ein bisschen “nüchtern” zu werden. Um “Alltagsrassismus” zu veranschaulichen, hat er nämlich was: ein Video! Es geht um eine HP-Gesichtserkennungs-Software, die nur Gesichter weißer Menschen zu lesen vermag. Das ist doch mal ein gutes Beispiel – das hat vor ihm noch niemand gemacht! Nüchternheit, hier ist sie! Warum wird sein Beispiel eigentlich nicht genannt, wenn man über Critical Whiteness Studies redet? Oh, wurde es? Wiederholt? Als eines von Hunderten? Es gibt CWS nicht erst seit Juli? Ja huch… Egal, es ist nicht so emotional hier, wenn man was zum Angucken hat, und schließlich hat jemand “Software” gesagt. Betroffene sollten nicht mehr so viel reden über Diskriminierung – das ist immer alles so aufgeregt. Nils macht das nervös.

What annoyed me the most, yet again, was the publicly spoken white privilege and its subsequent defense. Two quotes were particularly sharp, namely – when (rightly) aiming at criticizing the white-man-default of video games – the continued talk of “people of other skin colors” (other meaning not white, as was the guests’ unspoken agreement, because white universality is awesome), and the half-sentence about the irritation of being prompted to battle against “Taiwanese 15 year-olds” when logging on a game.
Not being convincing enough, he called me a “child”, accused me of trying to read between the lines (of “other skin-colored people”, because that’s such a subtle innuendo…), of being a coward and telling me that he totally believes in structural racism and sexism, but that he doesn’t want me to bring it up so much when talking to him, because he sees me as a human being, not as a woman* (yes, I had to chuckle – this sums the sexism issue up, basically…), and that I didn’t even know him, so I shouldn’t be so mean. He just doesn’t think that racist stereotypes and racist language mean racism, because context.

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